Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen.
 
 

Schutzacker prämiert – 100 Äcker für die Vielfalt

Wildwachsende Pflanzenarten, die neben landwirtschaftlich genutzten Äckern vorkommen, sind stark rückläufig. Diese auch als Segetalflora bezeichneten Pflanzen sollen durch das Projekt „100 Äcker für die Vielfalt“ geschützt werden. Dabei wird ein nachhaltiges Schutzgebiets-Netzwerk zum Erhalt bedrohter Ackerwildkräuter in Deutschland aufgebaut. Mindestens 150 geeignete Ackerstandorte sollen in Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz für selten gewordene Ackerwildkräuter gesichert werden. In dieses Netzwerk wurde jetzt der artenreichen Kalkscherben-Acker am Schießbuck bei Zimmern, Stadt Pappenheim aufgenommen.

Selten gewordene Ackerwildpflanzen können durch einen extensiven Ackerbau gefördert werden. Dabei wird die Fruchtfolge angepasst, die Düngung verringert und keine Herbizide eingesetzt.

Durch das Zusammenspiel von Acker, Wiese und mageren Schafhutungen, die mit Hecken und Gehölz durchsetzt sind, ist der Schießbuck bei Zimmern eine solche charakteristische Agrarstruktur. Damit sich die Fläche zu einem Wildkrautacker mit naturschutzbedeutsamer Funktion entwickeln konnte, wurde das 2016 begonnene Projekt seit 2018 zu 90 Prozent im Rahmen des Artenhilfsprogramms Botanik der Regierung von Mittelfranken sowie zu 10 Prozent durch den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aus Mitteln des Natur- und Umweltprogramms gefördert. Neben der extensiven Bewirtschaftung werden, zusätzlich zu den noch vorhandenen Wildkräutern, zahlreiche Samen von seltenen und stark bedrohten Segetalarten aus dem Altmühljura eingebracht. Am Schießbuck allein konnten so 2023 19 Arten der Roten Liste (Bayern und Deutschland inklusive Vorwarnstufe) gezählt werden. Der Acker bei Zimmern ist der erste Acker in Altmühlfranken und der erste in ganz Mittelfranken, der in das Schutzgebiets-Netzwerkt aufgenommen wird. Bayernweit sind etwa 20 Äcker Teil des Netzwerks.

„Der Acker bei Zimmern ist ein tolles Beispiel dafür, wie Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam funktionieren und zum Erhalt vom Aussterben bedrohter Arten beitragen können“, freut sich der stellvertretende Landrat Günter Obermeyer bei der Aufnahme des Ackers in das Schutzgebiets-Netzwerk.

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