Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen.
 
 

Landkreis will noch nachhaltiger werden

Die Landkreisverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt noch nachhaltiger zu werden und dem Klimaschutz somit eine wichtige Rolle zukommen zu lassen. Aufgabenstellungen , Planungen und Entscheidungen sollen in Zukunft noch mehr an den Prinzipien der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Damit nicht nur ein allgemeines Konzept entwickelt wird, sondern dies auch gelebt werden kann, hat die Verwaltung auf Initiatitive von Landrat Manuel Westphal einen ersten Entwurf eines Arbeitsprogramms zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit entwickelt, das im Zuge des bereits angelaufenen Regionalentwicklungsprozesses „Altmühlfranken 2030“ in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden soll.

Bereits bisher orientiert sich die Verwaltung in einigen Punkten am Prinzip der Nachhaltigkeit. So wird seit Jahren nur auf umweltfreundlichem Papier gedruckt oder die Landkreisgebäude mit Photovoltaik ausgerüstet. „Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind weltweit Megathemen, die uns immer begleiten werden und stetig weiterentwickelt werden müssen“, so Landrat Manuel Westphal und ergänzt: „Damit wir aber nicht nur ein allgemeines Konzept entwickeln oder wir uns abstrakte Thesen auferlegen lassen, wollen wir als Verwaltung gemeinsam mit allen Abteilungen im Haus konkrete Maßnahmen entwickeln, die sich dann von uns im Alltag auch umsetzen lassen können.“

Das Arbeitsprogramm, das gemeinsam mit den zuständigen Stellen im Landratsamt entwickelt wird, wird auch den Kreistagsmitgliedern in der nächsten Umweltausschusssitzung vorgestellt werden. Außerdem hat Landrat Manuel Westphal alle Fraktion im Kreistag über das Arbeitsprogramm informiert. Die dafür notwendigen Umsetzungsbeschlüsse sollen danach in den zuständigen Kreisgremien auf die Tagesordnung kommen.

Ein wichtiger erster Schritt wird die Fertigstellung des „Leitfadens für nachhaltige Beschaffung“ sein. Die Vergabestelle hat dieses „atmende Werk“ gemeinsam mit einer internen Arbeitsgruppe aufgesetzt. Bei neuen Beschaffungsvorgängen kann der Leitfaden immer weiter ergänzt werden. Damit soll das Beschaffungswesen noch nachhaltiger werden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert werden. 

Auch in Zusammenarbeit mit Unternehmen oder Landwirten soll der Landkreis in Zukunft beim Thema Klimaschutz mehr Verantwortung übernehmen. Dabei geht es zum Beispiel um die CO2-neutrale Produktion und Energieeinsparungen in der Wirtschaft, was sich auch die Unternehmerinitiative UNNA zum Ziel gemacht hat. Ein weiteres Projekt, das in Zukunft verfolgt werden soll, ist die Realisierung einer Plattform für die regionale CO2-Kompensation durch die Kooperation zwischen Unternehmen und Landwirten.

Auch die energetische Sanierung von Landkreisgebäuden soll in Zukunft mit viel Engagement weiter fortgesetzt werden.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, beispielsweise durch den Bestandsausbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Landkreisgebäude, soll stärker angegangen werden. Im Bereich der Ausweisung geeigneter Flächen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen will der Landkreis zukünftig die Gemeinden im Landkreis beratend bei der Bauleitplanung unterstützen, um den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen unter Berücksichtigung des Landschaftsbildes sowie landwirtschaftlichen und touristischen Aspekten besser zu steuern. Eine weitere Möglichkeit, die zukünftig in Betracht gezogen werden kann, ist die regionale Vermarktung von grünem Strom.

In diesem Arbeitsprogramm sollen auch regionale Wertschöpfungsketten wie zum Beispiel EchtBrombachseer, das Altmühltaler Lamm oder Altmühltaler Weiderind weiter unterstützt werden. Dazu kann man die aufgebauten Strukturen des regionalen Onlineportals vermehrt nutzen.

Ebenso sollen moderne Mobilitätsformen im Landkreis eine größere Rolle spielen, beispielsweise die Stärkung des Radverkehrs oder die Anpassung des ÖPNVs.

Auch die Kreisgartenfachberatung ist als „grünes Handlungsfeld“ ein wichtiger Baustein des Landkreises beim Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Projekte zur Artenvielfalt oder die Anpassung von Gärten und öffentlichen Grünflächen sind schon immer Bestandteil des Jahresprogramms und können in Zukunft noch mehr ausgebaut werden.

Natürlich ist es in diesem Zusammenhang wichtig, zeitnah auch das bisherige Klimaschutzkonzept des Landkreises fortzuschreiben und eine aktuelle Klima- bzw. CO2-Bilanz zu erstellen. Nur so wird klar, wo der Landkreis beim Klimaschutz aktuell steht und welche Maßnahmen in Zukunft vermehrt angegangen werden müssen.

„Das Arbeitsprogramm der Verwaltung skizziert den Start des Landkreises auf seinem Weg zu einem Nachhaltigkeitslandkreis. Natürlich können und sollen die beschriebenen Maßnahmen noch ausgebaut und weiterentwickelt werden. Dies soll dann auch einen wichtigen Punkt im Strategieprozess Altmühlfranken 2030 einnehmen. Für uns als Verwaltung ist es aber wichtig, heute schon einzelne Punkte anzugehen und den Aus- und Aufbau voranzutreiben“, erklärt Landrat Manuel Westphal.