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Familienbildung in Altmühlfranken

Das Sachgebiet „Jugend und Familie“ und die Zukunftsinitiative altmühlfranken haben gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine groß angelegte Studie über Familienbildungsangebote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage wurden nun vorgestellt und sollen künftig als Grundlage für Handlungsempfehlungen und Projekte dienen.

Die Studie bestand aus zwei Teilen. Zum einen aus der Bestandsaufnahme, bei der 112 Träger von Familienbildungsangeboten zu ihren jeweiligen Veranstaltungen befragt wurden. Zum anderen aus einer Bedarfsanalyse, bei der 4.418 Eltern von Kindern unter 18 Jahren Fragen über die Inanspruchnahme und die Zufriedenheit eben dieser Veranstaltungen beantwortet haben.

Im Rahmen der Bestandsaufnahme der Träger war das Ziel zu erfahren, welche Angebote zur Familienbildung bereits bestehen, an wen sie sich richten und wie sich diese gestalten. Von den 112 Anbietern gaben 95 an, dass sie im Jahr 2016 Veranstaltungen angeboten haben. Die Familienbildungsangebote richten sich an unterschiedliche Familienformen. Sie beziehen sich mehrheitlich auf Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (74,2%) sowie auf Eltern mit Vorschulkindern (75,3 %). Der Fokus der angebotenen Veranstaltungen liegt auf dem Themenbereich „Entwicklung und/oder Verhalten des Kindes“.

Die Befragung der Eltern ergab, dass bereits 32% Familienbildungsangebote in Anspruch genommen haben, 65,9% planen eine Teilnahme in der Zukunft oder ziehen diese in Erwägung. 63,8% der befragten Eltern gaben an, dass sie bisher an keinen Veranstaltungen teilgenommen haben, da sie über das Angebot nicht informiert waren. Es sollte deshalb überlegt werden, wie ein größerer Teil der Elternschaft über die Angebote informiert und dafür gewonnen werden kann. Die Studie zeigt: Je mehr Eltern an Familienbildungsangeboten teilnehmen, desto besser sind sie rechtzeitig über bevorstehende Angebote informiert. Als wichtigste Informationsquelle für Familien- und Erziehungsthemen (46,1%) dient das Internet. Das Themenfeld „Schule/Lernen“ ist mit 41,6% das wichtigste Themenfeld für die Eltern. Darüber hinaus wünschen sich viele Eltern ein größeres Angebot in den Bereichen „Freizeit“ und „Umgang mit Medien“.

Aus den Ergebnissen leiten sich erste Handlungsempfehlungen ab: Eine Möglichkeit wäre, dass die Veranstaltungen der Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in Absprache mit den Trägern und Leitungen für eine größere Zielgruppe geöffnet werden. Außerdem sollten Familien mit Migrationshintergrund bei der Planung von Familienbildungsangeboten besser berücksichtigt werden. Dies wäre mit einem höheren Planungsaufwand verbunden und könnte erst innerhalb der nächsten Jahre realisiert werden. Als eine langfristige Maßnahme wäre eine Internetplattform mit allen Anbietern von Familienbildungsangeboten anzustreben.

„Junge Familien sind der Grundpfeiler unserer Zukunft und einer gelingenden Gesellschaft. Gute Startbedingungen sind dabei wichtig. Hierzu leistet die Familienbildung einen wichtigen Beitrag, in dem sie Eltern informiert, unterstützt und begleitet – sofern sie es wünschen.“, so Landrat Gerhard Wägemann bei der Vorstellung der Evaluationsergebnisse an der auch Bayerns Familienstaatssekretär Johannes Hintersberger teilgenommen hat. Er betonte: „Die Familie ist die erste und ursprünglichste Einheit für die soziale und emotionale Entwicklung unserer Kinder. Familien zu unterstützen ist uns in Bayern deshalb ein Herzensanliegen. Bayern ist Familienland Nr. 1! Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat diese Erfolgsgeschichte  ganz entschieden mitgeschrieben. Denn hier werden die Bedürfnisse von Familien nicht nur wahrgenommen, sondern auch ernst genommen.“

Stefan Lahner der Leiter des Sachgebietes „Jugend und Familie“ des Landratsames Weißenburg-Gunzenhausen macht deutlich, dass die Kinder- und Jugendhilfe viel mehr präventiv tätig sein muss: „Immer erst als ‚Feuerwehr‘ reaktiv auf den Plan zu treten, wenn es Probleme gibt, ist zu wenig und zu spät.“. Die Studie bildet für ihn einen Einstieg in einen vertieften strategischen Umgang mit dem Thema Familienbildung, um sich in Zukunft der Gesamtverantwortung stellen zu können.

Die Durchführung und die wissenschaftliche Begleitung erfolgten durch das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. „Mit diesem Projekt wurde der Forschungsstand im Bereich von Familienbildung weiter verbessert und auf eine breite empirische Grundlage gestellt. Gleichzeitig gelang durch die Kooperationspartnerschaft unserer Universität mit dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ein anwendungsorientierter Transfer wissenschaftlicher Expertise in die Praxis“, erklärt ZFG-Direktor Prof. Dr. Klaus Stüwe.

An die Eltern wurden insgesamt 12.311 Fragebögen ausgegeben. Davon wurden 4.418 Fragebögen zurückgeschickt und ausgewertet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 35,9 %. An die Anbieter wurden 246 Fragebögen verschickt. Zurückgesandt und ausgewertet wurden 112. Die Rücklaufquote von 45,5% ist auch hier sehr gut. Die Umfrage basiert damit auf einer sehr aussagekräftigen Datengrundlage und liefert für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen repräsentative Ergebnisse. Es handelt sich in diesem Bereich um eine der größten Studien bayernweit. Dies ist vor allem den Eltern und den Trägern von Familienbildungsangeboten zu verdanken, die eine große Bereitschaft zum Ausfüllen der Fragebögen gezeigt haben.

Für Fragen rund um den Abschlussbericht steht Ihnen die Projektleiterin Susanne Ott unter der Telefonnummer 09141 902-433 gerne zur Verfügung.

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