Start der Baumpflanzaktion – 5 Bäume für 5 Jahrzehnte

50 Jahre Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen – anlässlich dieses Jubiläums finden im ganzen Jahr verschiedene Aktionen für die gesamte Bevölkerung statt. Das Frühjahr des Jubiläumsjahres wurde mit dem Start der Baumpflanzaktion eingeläutet. Fünf Bäume, die für die fünf Jahrzehnte stehen sollen, wurden auf einer Landkreisfläche in der Nähe des Klinikums Altmühlfranken in Gunzenhausen gepflanzt. 27 weitere werden in jeder Stadt und Gemeinde im Landkreis folgen.

Was macht einen Landkreis aus? Die Menschen, die in diesem Leben und Arbeiten. Daher hat Landrat Manuel Westphal zum Start der Baumpflanzaktion auch Menschen eingeladen, die jeder in seiner eigenen Art und Weise den Landkreis geprägt und mitgestaltet haben oder von vergangenen Zeiten berichten können. Die Themen können natürlich nur einzelne Schlaglichter eines umfassenden Rückblicks, der an anderer Stelle noch gegeben wird, sein.

Warum zu einem Jubiläum Bäume pflanzen? Aufschluss gibt das Lexikon: „Ein Baum ist, botanisch gesehen, eine langlebige Pflanze mit ausgeprägt verholztem Stamm.“  „Oder anders er hat feste Wurzeln und viele Verzweigungen mit immer neuen Trieben Das kann im übertragenen Sinn auch auf einen Landkreis zutreffen. Ein Landkreis braucht feste Wurzeln, ein Fundament und doch gibt es immer wieder neue Entwicklungen oder Ereignisse“, verdeutlichte Landrat Manuel Westphal zu Beginn.

Passend zum „Bayerischen Streuobstpakt“ hat sich der Landkreis dazu entschieden, Obstbäume zu pflanzen. Seit 1965 ist die Zahl der Obstbäume von rund 20 Millionen auf aktuell noch knapp sechs Millionen geschrumpft. Mit dem neuen "Bayerischen Streuobstpakt" der Staatsregierung soll diese Entwicklung gestoppt werden. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen leistet dazu auch einen Beitrag und pflanzt auf landkreiseigenen Flächen 50 Obstbäume. Zusätzlich werden die Städten und Gemeinden im Landkreis einen Obstbaum erhalten, der gemeinsam mit den Gemeindevertretern im Laufe des Jahres vor Ort gepflanzt wird.

Die fünf vergangenen Jahrzehnte wurden durch fünf Bäume dargestellt: Start war in den 1970er Jahren mit der Gründung des Landkreises im Jahr 1972. Seither im Kreistag sitzt Dr. Sigurd Schacht aus Gunzenhausen, der von der damaligen Landkreisgründung und der politischen Lage vor 50 Jahren berichten konnte. Auch in die 70er Jahre fiel die Gründung des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal sowie der Landtagsbeschluss zur Errichtung des Fränkischen Seenlands. Die beiden Geschäftsführer der Tourismusverbände Christoph Würflein und Hans Dieter Niederprüm konnten zwar nicht als Zeitzeugen der Gründung berichten, doch sind sie seit vielen Jahren für die touristischen Geschicke auch des Landkreises zuständig.

„Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Lernen kann man, Gott sei Dank, aber auch sein Leben lang.“. Dieses Zitat von Wilhelm Busch zur Einführung der Schulpflicht 1865 war seiner Zeit schon weit voraus und dient als Überleitung in das nächste Jahrzehnt. Die Schulbildung, ebenso wie die Erwachsenenbildung ist in unserer schnelllebigen und globalisierten Welt zu einem elementaren Faktor geworden. In der Grundschule wird der Grundstein gelegt. Jedem Kind wird Basiswissen vermittelt, das zusammen mit den individuellen Fähig- und Fertigkeiten der Kinder die Richtung der allgemeinbildenden und weiterführenden Schule bestimmt. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen finden sich zwölf dieser Schulen. Für elf davon ist der Landkreis Sachaufwandsträger. Die verschiedenen Schwerpunkte unserer Schulen unterstützen die individuellen Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. So kann ein breites Spektrum an Möglichkeiten angeboten werden, um so die Voraussetzungen für die eigene Konkurrenzfähigkeit zu schaffen. In den 1980er Jahren fanden einige sehr prägende Baumaßnahmen in den Landkreisschulen statt, z.B. Baumaßnahmen am Gymnasium Weißenburg oder der Wirtschaftsschule Gunzenhausen. Heinrich Schönbuchner berichtete von seiner Zeit als Schulleiter der Wirtschaftsschule, genauso wie Franz Luber als Leiter der FOS BOS in Weißenburg. Auch Stefan Reutner, Schulleiter der Senefelder-Schule in Treuchtlingen, konnte von der aktuellen Schularbeit erzählen.

In jedem Stück Abfall steckt ein Teil vom Reichtum dieser Erde. Die Zeiten, in denen es nur darum ging, Abfälle zu beseitigen, sind längst vorbei. Abfälle stellen wertvolle Rohstoffe dar, die effektiv genutzt werden können, um natürliche Ressourcen zu schonen. Abfall vermeiden heißt, weniger Rohstoffe zu verbrauchen und Umweltbelastungen zu verringern. Abfall verwerten bedeutet, dass Rohstoffe und Energie in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Die beiden landkreiseigenen Recyclinghöfe in Gunzenhausen und Weißenburg sowie 20 gemeindliche Wertstoffhöfe ergänzen das flächendeckende Angebot für eine optimale Abfalltrennung und stehen sinnbildhaft für die 1990er Jahre im Landkreis, da zu dieser Zeit die Höfe eröffnet oder erweitert wurden. Michael Hufnagel, der Sachgebietsleiter der „Kommunalen Abfallwirtschaft“ im Landratsamt berichtete von den 1990er Jahren und wie sich die Einstellung zum Recycling in den vergangenen 30 Jahren auch gewandelt hat.

Im Jahr 2002 schlossen sich das damalige Kreiskrankenhaus Gunzenhausen und das Städtische Krankenhaus Weißenburg zum Kommunalunternehmen „Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen“ zusammen. Beide Standorte bezeichneten sich fortan als Kreiskliniken. Der vierte Baum steht also für die 2000er Jahre und somit für die Gesundheitsversorgung. Dem steigenden wirtschaftlichen Druck begegneten die Kreiskliniken erfolgreich durch unterschiedliche Schwerpunktbildung. Seit dem 14. März 2013 heißt das Kommunalunternehmen Klinikum Altmühlfranken. Bis heute ist das ein Erfolgsrezept für unseren Landkreis, stellten der aktuelle Klinikvorstand sowie der ehemalige Chefarzt der Anästhesie Klaus Büchler heraus.

Einst getrennt, heute zusammen. In den 2010er Jahren wurde zur Stärkung der regionalen Identität ein mehr verbindender und verbindlicher Begriff gesucht. Im Rahmen eines zweigeteilten Wettbewerbs wurden Schüler sowie über die Medien auch die Gesellschaft insgesamt eingebunden. Das Ergebnis beider Wettbewerbsmodule überraschte mit einem eindeutigen und klaren Bekenntnis für den Regionsbegriff „Altmühlfranken“. Beteiligt hatten sich über 1300 Einsender – teilweise sogar aus Übersee stammende ehemalige Bewohner der Region – und votierten mit nahezu 40 Prozent für diesen Namen, der in der Literatur für eine Region beiderseits der Altmühl zwischen Ansbach und Eichstätt verwendet wird. Altlandrat Gerhard Wägemann sowie der damalige Regionalmanager Dieter Popp blickten mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Landratsamt und der Zukunftsinitiative Altmühlfranken auf den damals erfolgreichen Regionalentwicklungsprozess zurück, dessen Ergebnisse bis heut im Landkreis spürbar sind. Die Weiterentwicklung dieses Prozesses bildet der aktuell abgeschlossene Strategieprozess „Altmühlfranken 2030“. Viele neue Impulse, die mit den Trieben eines Baumes vergleichbar sind, wurden darin geschaffen. Der Landkreis kann also gestärkt und gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft blicken.