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Aktionsprogramm Wiesenbrüterschutz: Bedeutung des Prädationsmanagements
Um die Wiesenbrüter zwischen Treuchtlingen und Muhr am See zu schützen, hat der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen das Aktionsprogramm Wiesenbrüterschutz, das Bestandteil des Natur- und Umweltprogramms ist, aufgelegt. Gemeinsam mit vielen Partnern wurden bereits einige Maßnahmen zum Erhalt des Lebensraums umgesetzt, auch 2026 soll es damit weitergehen. Ein wichtiger Ansatzpunkt dabei ist das Prädationsmanagement.
Gemeinsam mit der Jägervereinigung Weißenburg und dem Jagdverein Gunzenhausen wurden im vergangenen Jahr bereits Lebendfallen beschafft, die speziell im Wiesenbrütergebiet eingesetzt werden. Auch 2026 wurden Fallen zur Bejagung von Bodenprädatoren an die Jägerinnen und Jäger ausgeteilt. Prädatoren wie Füchse, Waschbären oder Marder stellen eine der größten ernsthafte Bedrohung für die Gelege und Jungvögel der Wiesenbrüter dar. Diese Tierarten plündern häufig Nistplätze und verringern die Überlebenschancen der Vögel dadurch erheblich.
Das war auch eine Erkenntnis aus der Brutsaison im vergangenen Jahr. Durch die Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz und lokalen Landwirten konnten die vorhandenen Gelege mit Zäunen geschützt werden. Diese wurden auch im Rahmen des Aktionsprogramms Wiesenbrüterschutz vom Landkreis finanziert. Durch Sender und sogenannte Thermologger, die ebenfalls Bestandteil des Aktionsprogramms sind, kann der LBV den Bruterfolg bzw. die Entwicklung der Küken verfolgen. Leider wurden viele geschlüpfte Küken der Brachvögel gefressen, sobald diese die umzäunten Bereiche verlassen konnten, so dass nur sehr wenige Küken flügge werden konnten. Umso wichtiger ist es für alle Beteiligten am Prädationsmanagement anzusetzen, um den Wiesenbrüterbestand zu erhalten und langfristig zu verbessen.
„Wir tragen als Jägerinnen und Jäger eine große Verantwortung, die natürliche Balance zwischen den verschiedenen Tierarten zu wahren. Nur durch eine gezielte Regulierung des Raubwildbestandes können wir die Anzahl der erbeuteten Wiesenbrüter deutlich reduzieren und so dazu beitragen, die Überlebenschancen der Offenlandarten zu erhöhen. Durch die Ausstattung der Jagdreviere mit entsprechenden Fallen, können wir mithelfen, die vom Aussterben bedrohten Vögel zu schützen“, verdeutlichen Diana Oster vom Jagdverein Gunzenhausen und Felix Prosiegel von der Jägervereinigung Weißenburg.
Der Landkreis bittet die Bevölkerung, die Fallen im Gelände keinesfalls zu berühren oder zu beschädigen. Sie sind eine wichtige Maßnahme für den Schutz der Wiesenbrüter.
Durch die Unterstützung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) wurde auch die Beschilderung im Wiesenbrütergebiet optimiert. Die Kommunalen Allianzen Altmühltal und Fränkisches Seenland-Hahnenkamm haben dazu Fördermittel im Rahmen des Regionalbudgets freigegeben. Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach hat zudem abseits der Altmühl Gehölzpflegemaßnahmen durchgeführt, um den Lebensraum noch weiter zu verbessern.
Auch in den nächsten Monaten sind federführend durch die Unteren Naturschutzbehörde weitere Maßnahmen für den Schutz der Wiesenbrüter im Aktionsprogramm geplant. „Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir den Schutz der Wiesenbrüter weiter voran. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Projektpartnern für die effektive Zusammenarbeit“, so Landrat Manuel Westphal.