Weg frei für LIFE-Förderung: EU unterstützt Wasserprojekt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Gute Nachrichten aus Brüssel: Der Förderantrag „KeepWater4Later“, den der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im September vergangenen Jahres für das EU-Förderprogramm LIFE eingereicht hat, wurde erfolgreich ausgewählt. Damit kann voraussichtlich im Sommer ein innovatives Projekt zum nachhaltigen Umgang mit Wasser im Landkreis starten.
Nun leitet der Landkreis gemeinsam mit seinen Projektpartnern die nächsten Schritte zur Unterzeichnung der Fördervereinbarung – des sogenannten Grant Agreements – ein.
Beteiligt sind neben dem Landkreis die Städte Treuchtlingen und Gunzenhausen sowie die Gemeinden Nennslingen, Pfofeld, Meinheim, Alesheim, Markt Berolzheim, Dittenheim, Heidenheim und Westheim. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie das Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Fachlich unterstützt hat zudem das Wasserwirtschaftsamt Ansbach.
„Das ist ein toller Erfolg und zeigt, dass wir mit unseren Überlegungen im Rahmen von Klimaresilienz in Altmühlfranken auf genau dem richtigen Weg sind. Ein intensives Jahr der Vorbereitung und der Koordination forderte uns im Landratsamt und auch unseren Projektpartnern viel Engagement ab, was sich nun wirklich auszahlt“, betont Landrat Manuel Westphal.
Vier Millionen Euro für innovative Wasserlösungen
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund vier Millionen Euro, wovon 60 Prozent durch die Europäische Union gefördert werden. Der Eigenanteil kann in diesem Programm auch durch eigenes Personal und Gerätschaften erbracht werden. In den kommenden vier Jahren sollen in den beteiligten Kommunen innovative Pilotmaßnahmen umgesetzt werden.
Ziel von „KeepWater4Later“ ist es, die lokalen Wasserreserven zu stärken und den Landschaftswasserhaushalt nachhaltig zu verbessern. Angesichts zunehmender Trockenperioden und gleichzeitig stärkerer Starkregenereignisse sollen neue Wege im Wassermanagement erprobt werden.
Im Mittelpunkt stehen dabei Maßnahmen wie Wasserrückhalt in der Fläche zur Förderung der Grundwasserneubildung, Vorbeugung von Hochwasser durch Rückhalte- und Speicherlösungen, Nutzung und Speicherung von Regenwasser zur Bewässerung öffentlicher Flächen – ohne wertvolles Trinkwasser zu verbrauchen, Reaktivierung bestehender Infrastruktur sowie die Neuanlage von Teichen, Gräben oder Rückhaltebecken.
Im Projekt werden sowohl traditionelle Techniken aufgegriffen, die an heutige Anforderungen angepasst werden, aber auch innovative Maßnahmen erprobt, wie Keyline-Design in der Landwirtschaft. Die Erfahrungen aus dem Projekt sollen wissenschaftlich begleitet, ausgewertet und europaweit geteilt werden.
„Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wird damit ein Vorreiter bei der praktischen Anpassung des Landschaftswasserhaushalts an die Folgen des Klimawandels“, unterstreicht Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamt Ansbach, dessen Mitarbeiter bei der Erarbeitung des Projekts fachlich unterstützt haben.
Nächster Schritt: Fördervereinbarung mit der EU
Bevor die praktische Umsetzung beginnen kann, steht nun der sogenannte Grant-Preparation-Prozess an. Dabei werden gemeinsam mit der European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA) die finalen Projektunterlagen vorbereitet und die Fördervereinbarung abgeschlossen.
„Wir starten jetzt in die Abstimmungsphase mit der CINEA. In einigen Wochen können wir dann den offiziellen Projektstart vereinbaren“, erklären Eva-Maria Raab, Klimaschutzmanagerin der Zukunftsinitiative Altmühlfranken, und Claudia Wagner, Leiterin des Büros des Landrats, die das Projekt koordinieren.
Breiter Maßnahmenansatz
Mit „KeepWater4Later“ setzt der Landkreis die erste Säule seines Konzepts zur Klimaresilienz in Altmühlfranken um. Der Ansatz ist dabei bewusst breit angelegt und verfolgt einen modernen, integrativen Umgang mit Wasser in der Landschaft. Das Projekt wird auch von verschiedenen Behörden und Verbänden wie dem Amt für ländliche Entwicklung, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz, dem Bayerischen Bauernverband, dem Fischereiverband und -vereinen sowie den Jägervereinigungen im Landkreis unterstützt.
Der Ansatz von „KeepWater4Later“ ist sehr umfassend: Durch Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Fläche profitieren nicht nur einzelne Tierarten, sondern die gesamte Landschaft – von Flora und Fauna über Landwirtschaft bis hin zu den Kommunen. Durch das Projekt wird auch der Lebensraum für Wiesenbrüter nachhaltig verbessert.
„Mit der LIFE-Förderung setzen wir auf einen modernen Ansatz für Klimaresilienz in Altmühlfranken. Das Projekt verbindet Naturschutz, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und kommunale Entwicklung – und bringt konkrete Maßnahmen direkt in unsere Kommunen und zu unserer Bevölkerung“, betont Landrat Manuel Westphal.
Damit entsteht ein Modellprojekt, das nicht nur vor Ort Wirkung entfalten soll, sondern überregional als Beispiel für zukunftsfähiges Wassermanagement dienen kann.