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Offizieller Start für EU-Projekt „KeepWater4Later“ – Projektpartner treffen sich zum Kick-off
Mit dem offiziellen Kick-off ist das EU-geförderte LIFE-Projekt „KeepWater4Later“ in die vierjährige Umsetzungsphase gestartet. Gemeinsam wollen Landkreis, Kommunen und wissenschaftliche Partner den Landschaftswasserhaushalt nachhaltig verbessern und innovative Maßnahmen zur Wasserrückhaltung in der Region umsetzen.
Mit einer gemeinsamen Kick-off-Veranstaltung am 27. Juli 2026 im Sitzungssaal des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen ist das EU-geförderte LIFE-Projekt „KeepWater4Later“ offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Vertreterinnen und Vertreter aller Projektpartner kamen erstmals nach Projektbeginn zusammen, um die Zusammenarbeit zu vertiefen, die nächsten Arbeitsschritte abzustimmen und den Grundstein für die kommenden vier Projektjahre zu legen. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl die organisatorischen Grundlagen des Projekts als auch der fachliche Austausch über die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts.
Landrat Markus Gläser begrüßte die Projektpartner und hob die Bedeutung der landkreisweiten Zusammenarbeit hervor: „Mit dem heutigen Kick-off beginnt die gemeinsame Arbeit an einem zentralen Ziel: den Landschaftswasserhaushalt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nachhaltig zu verbessern. Dieses Projekt zeigt, was starke Partnerschaften für unsere Region bewirken können.“
Am Projekt beteiligt sind neben dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen die Städte Treuchtlingen und Gunzenhausen sowie die Gemeinden Markt Nennslingen, Pfofeld, Meinheim, Alesheim, Markt Berolzheim, Dittenheim, Markt Heidenheim und Westheim. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie das Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.
Im Mittelpunkt der Kick-off-Veranstaltung standen der Austausch aller Projektbeteiligten, die organisatorischen Rahmenbedingungen des LIFE-Programms sowie die Abstimmung der ersten Arbeitsschritte in den einzelnen Arbeitspaketen. Einen fachlichen Überblick über die insgesamt 24 geplanten Pilotmaßnahmen gab das Wasserwirtschaftsamt Ansbach, das die Projektentwicklung bereits im Vorfeld intensiv begleitet und unterstützt hatte. Vorgestellt wurden Maßnahmen zum Wasserrückhalt in bestehenden oder ungenutzten Infrastrukturen, multifunktionale Rückhalteflächen, Bewässerungs- und Teichsysteme sowie innovative Ansätze wie steuerbare Gräben, steuerbare Drainagen und das sogenannte Keyline Design. Alle Maßnahmen verfolgen das gemeinsame Ziel, Wasser möglichst lange in der Landschaft zu halten und damit die Widerstandsfähigkeit der Region gegenüber Trockenperioden und Starkregenereignissen zu erhöhen.
Als erste fachliche Maßnahme startet das Projekt mit einer Biodiversitätsanalyse im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Sie dokumentiert den aktuellen Zustand der Lebensräume und Arten und schafft die Grundlage, um Veränderungen am Ende des Projekts nachweisen und bewerten zu können. Die Maßnahmen und ihre Auswirkungen werden im Projekt wissenschaftlich durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Institut für Fischerei begleitet und hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Landschaftswasserhaushalt sowie die Biodiversität ausgewertet.
Das Gesamtprojekt setzt dabei bewusst auf einen engen Austausch mit den Menschen vor Ort. Im Laufe der Projektlaufzeit sind verschiedene Informations- und Dialogveranstaltungen vorgesehen, um Kommunen, Grundstückseigentümer, Landnutzer sowie weitere interessierte Akteure über die Maßnahmen zu informieren und Erfahrungen für eine Übertragbarkeit auf andere Regionen zu sammeln.
Alle Informationen zum Projekt, den Projektzielen, den beteiligten Partnern sowie aktuelle Neuigkeiten werden fortlaufend auf der neuen Projektseite veröffentlicht.
Das Projekt „KeepWater4Later“ läuft vom 01. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2030, verfügt über ein Gesamtvolumen von rund vier Millionen Euro und wird zu 60 Prozent durch das EU-Förderprogramm LIFE gefördert. Dieses Projekt wird im Rahmen des LIFE-Programms der Europäischen Union kofinanziert. Das LIFE-Programm ist das Förderinstrument der EU für Umwelt-, Klima- und Naturschutzmaßnahmen und unterstützt innovative Projekte, die zur Umsetzung europäischer Ziele in diesen Bereichen beitragen. Durch die Kofinanzierung der Europäischen Union können nachhaltige und zukunftsweisende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die einen langfristigen Mehrwert für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft schaffen. Ziel des Projektes „KeepWater4Later“ ist es, innovative Maßnahmen zur Wasserrückhaltung und zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts in einem ländlich geprägten Raum zu entwickeln, wissenschaftlich zu begleiten und die gewonnenen Erkenntnisse überregional sowie europaweit verfügbar zu machen.
Bereits ab Herbst 2026 beginnt die Umsetzung der insgesamt 24 beschlossenen Einzelmaßnahmen in den beteiligten Kommunen. Diese reichen von Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Fläche über die Reaktivierung bestehender Wasserinfrastruktur bis hin zur Anlage neuer Rückhalte- und Speicherlösungen sowie innovativer Ansätze für ein nachhaltiges Wassermanagement. Je nach Umfang der einzelnen Maßnahmen werden diese unterschiedlich lange Umsetzungszeiträume in Anspruch nehmen.
„Der Kick-off ist ein wichtiger Meilenstein für unser Projekt. Jetzt beginnt die intensive Zusammenarbeit aller Partner, damit aus den gemeinsam entwickelten Ideen konkrete Maßnahmen entstehen. Die enge Abstimmung zwischen Kommunen, Wissenschaft und Fachbehörden ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, erklärten die Projektkoordinatorinnen Eva-Maria Raab und Andrea Koch.
Zur Umsetzung des Projekts werden im Rahmen der EU-Förderung zwei befristete Projektstellen für die Laufzeit von „KeepWater4Later“ geschaffen. Gesucht werden ein Technischer Projektmitarbeiter sowie eine Fachkraft für Biodiversität. Weitere Informationen sind auf der Karriereseite des Landkreises verfügbar.
Mit dem offiziellen Projektstart beginnt nun die vierjährige Umsetzungsphase von „KeepWater4Later“. Gemeinsam mit seinen Projektpartnern will der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen innovative sowie etablierte Lösungen entwickeln und miteinander verbinden, wissenschaftlich begleiten und als Modell für einen nachhaltigen Landschaftswasserhaushalt auch anderen Regionen in Deutschland und Europa zugänglich machen.
Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen ausschließlich denen der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) wider. Weder die Europäische Union noch CINEA können hierfür verantwortlich gemacht werden.