EU-Badegewässer

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen befinden sich am Kleinen Brombachsee, Großen Brombachsee, Altmühlsee und Hahnenkammsee insgesamt 12 EU-Badestellen. Diese werden während der Badesaison regelmäßig überwacht, um eine möglichst hohe Sicherheit und ein unbeschwertes Badeerlebnis zu gewährleisten.

Mit einem Klick auf die farbig gekennzeichneten Seezentren in der interaktiven Karte erhalten Sie aktuelle Informationen zur Badequalität und eventuellen Warnungen, z. B. bei einem erhöhten Vorkommen von Blaualgen.

Überwachung der Badegewässer

Die Badesaison dauert von 15. Mai bis 15. September. Nach einem durch die EU-Badegewässerrichtlinie festgelegten Überwachungszeitplan werden monatlich Wasserproben entnommen und vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht. Dabei wird das Wasser auf Krankheitserreger wie E. coli und Enterokokken analysiert. Auf der Grundlage der aktuellen Untersuchungsergebnisse sowie der Ergebnisse der drei vorangegangenen Jahre wird die Badegewässerqualität eingestuft.

Die Einstufung beschreibt die langfristige hygienische Qualität eines Badegewässers. Sie hat auch dann weiterhin Gültigkeit, wenn es vorübergehend zu einer anderweitigen Belastung kommt, wie beispielsweise einer Massenvermehrung von Cyanobakterien („Blaualgen“) oder anderen Verunreinigungen.

Informationen zu den einzelnen Badestellen des Landkreises finden Sie weiter unten. Durch Anklicken der jeweiligen Seezentren gelangen sie zu den entsprechenden Informationen.


Gesundheitsschutz

Werden Grenzwerte für Krankheitserreger überschritten oder wird ein Massenvorkommen von Cyanobakterien festgestellt, kann der Kontakt mit dem Wasser beim Baden oder im Rahmen des Betreibens von Wassersport eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Zum Schutz der Gesundheit spricht die Kreisverwaltungsbehörde in solchen Fällen eine Badewarnung oder ein Badeverbot aus.

Cyanobakterien, umgangssprachlich auch als „Blaualgen“ bezeichnet, sind fotosynthetisch aktive Bakterien. Sie produzieren Sauerstoff und kommen natürlicherweise in Oberflächengewässern vor.

Cyanobakterien sind in der Lage, Giftstoffe (Toxine) zu bilden und diese an das Wasser abzugeben. Bei günstigen Wachstumsbedingungen können sich Cyanobakterien massenhaft vermehren und so die Wasserqualität beeinträchtigen.


Eine starke Vermehrung kann sich unter anderem durch folgende Merkmale zeigen:

  • Grünlich oder bläulich verfärbtes Wasser
  • Grünliche Schlieren im Wasser
  • Teppiche oder Ansammlungen auf der Wasseroberfläche
  • Schaumbildung im Uferbereich
  • Muffiger oder fauliger Geruch
  • Sehr geringe Sichttiefe: In knietiefem Wasser sind die Füße kaum noch zu erkennen


Der Altmühlsee und der Kleine Brombachsee weisen ein erhöhtes Potenzial für eine starke Vermehrung von Cyanobakterien auf. Der Große Brombachsee sowie der Hahnenkammsee zeigten sich hingegen in den vergangenen Jahren hinsichtlich eines massenhaften Vorkommens von Cyanobakterien unauffällig.

Eingeschränkte Sichttiefe

Bei einer starken Vermehrung von Cyanobakterien kann sich die Sichttiefe im Wasser erheblich verringern. Eine Sichttiefe von weniger als einem Meter stellt eine eigenständige Gefahrenquelle dar.

Insbesondere können dadurch Rettungsmaßnahmen erschwert werden, wenn eine Person im Wasser in Not gerät. Die eingeschränkte Sicht stellt daher eine der größten Gefahren beim Baden in Oberflächengewässern dar.


Gefährdung durch Cyanotoxine

Cyanotoxine können bei Freizeitaktivitäten auf unterschiedlichen Wegen aufgenommen werden:

  • Durch das Verschlucken größerer Mengen Wasser beim Baden
  • Durch die Aufnahme von Wasser bei Wassersportarten, insbesondere bei hoher Geschwindigkeit, unkontrollierten Stürzen oder der Bildung von Sprühnebel
  • Durch Hautkontakt mit belastetem Wasser

Hautkontakt kann unter anderem Haut- und Schleimhautreizungen verursachen. Diese Beschwerden sind in der Regel mild und vorübergehend.

Die wesentliche gesundheitliche Gefährdung besteht jedoch in der Aufnahme von Cyanotoxinen über Mund und Nase. Abhängig von der aufgenommenen Menge können Cyanotoxine schwerwiegende und nicht reversible Schäden an verschiedenen Organen verursachen. Besonders gefährdet sind Kinder aufgrund ihres geringeren Körpergewichts. Sofern sich blau verfärbter Sand im Uferbereich befindet, ist dieser als gesundheitsgefährdend einzuschätzen. Kinder sollten daher nicht mit diesem Sand spielen.

Auch für Hunde kann die Aufnahme von Cyanotoxinen eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung darstellen.


In der aktuellen Badesaison 2026 wurde im Rahmen einer Cyanobakterienblüte ein massenhaftes Vorkommen der Gattung Aphanizomenon im Altmühlsee und im Kleinen Brombachsee nachgewiesen. Arten dieser Gattung können folgende Toxine bilden: Saxitoxine, Anatoxine und Cylindrospermopsin.


Übersicht der Seezentren im Landkreis

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