Gezielte Maßnahmen zum Schutz der Wiesenbrüter
Bereits in diesem Jahr will das Wasserwirtschaftsamt durch Uferabflachungen und Entwässerungsmulden den Lebensraum der Wiesenbrüter verbessern.
Wichtige Bausteine zum Wasserrückhalt bzw. zur Entwässerung sollen dann auch in das Projekt „Klimaresilienz in Altmühlfranken“ eingeplant werden.
Im Herbst oder Frühjahr sind sowohl von Seiten des Wasserwirtschaftsamts als auch des Landkreises Gehölzpflegemaßnahmen an Gewässern und Wegen geplant, die nicht direkt an der Altmühl liegen.
Ausweitung einer extensiven Weidenutzung. Bereits bisher gibt es entlang der Altmühl beispielsweise in der Nähe des Fischerhauses bei Trommetsheim oder bei Wachstein Weideflächen. Auf weiteren staatlichen Flächen im Altmühltal zwischen Treuchtlingen und Muhr am See sollen ebenfalls Weiden entstehen, so dass im nächsten Jahr rund 22 Hektar entlang der Altmühl extensiv beweidet werden.
Ein weiterer Baustein ist das Prädationsmanagement, also der gezielte Eingriff in Räuber-Beute-Beziehungen. Gelege und Küken müssen vor den natürlichen Feinden wie z.B. dem Fuchs geschützt werden. Der Landkreis unterstützt den Landesbund für Vogel- und Naturschutz bei der Anschaffung von Zäunen, die in Abstimmung mit dem Flächennutzer um die Gelege der Wiesenbrüter aufgestellt werden können. In Abstimmung mit den Jägervereinigungen im Landkreis wird derzeit die Anschaffung von Fallen geprüft, um die natürlichen Feinde des Wiesenbrüters durch Bejagung einzudämmen.
Auch die Besucherlenkung wird noch in diesem Jahr angegangen: Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt hat gemeinsam mit der Zukunftsinitiative Altmühlfranken bereits einige Wege, die z.B. von Radfahrern als Abkürzung genutzt werden und durch Wiesenbrütergebiete führen, geprüft. In Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden sollen diese mit Hinweisschildern versehen und für den Radverkehr gesperrt werden. Störungen der Brutplätze können dadurch vermieden werden. Im nächsten Jahr soll dann die vorhandene Beschilderung des Wiesenbrütergebiets noch weiter optimiert und die Besucherlenkung ausgebaut werden.
„Ein Großteil der Maßnahmen werden noch in diesem Jahr umgesetzt, so dass eine Verbesserung des Lebensraums spürbar wird“, erklärt Landrat Manuel Westphal. „Gemeinsam mit unseren Projektbeteiligten wollen wir auch im Bereich des Wiesenbrüterschutzes verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen, um den Lebensraum zu verbessern. In enger Abstimmung mit den Landnutzern denken wir da zum Beispiel an eine Ausweitung des Kulturlandschafts- oder des Vertragsnaturschutzprogramms, aber auch Fördermöglichkeiten des Wasserwirtschaftsamtes oder des Amtes für ländliche Entwicklung können hier weiterhelfen“, ergänzt Landrat Manuel Westphal. Fachverbände wie der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Jägervereinigungen stehen hinter dem Aktionsprogramm und wollen es durch die eigene Fachexpertise unterstützen.