Georg Kamm Bauunternehmung: Traditionsbetrieb verbindet Handwerk, Innovation und Nachhaltigkeit

Seit mehr als 130 Jahren ist die Georg Kamm Bauunternehmung GmbH & Co. KG in Ellingen fest verwurzelt. Das familiengeführte Unternehmen vereint klassisches Bauhandwerk mit moderner Technik, einem breiten Leistungsspektrum und den Blick auf zukünftige Anforderungen der Baubranche. Bei einem Unternehmensbesuch informierten sich Landrat Markus Gläser und die Wirtschaftsförderung des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen kürzlich bei Geschäftsführer Klaus Weber und dessen Sohn Johannes Weber über die Entwicklung des Traditionsbetriebs, aktuelle Investitionen sowie die Bedeutung nachhaltiger Baustoffe und innovativer Bauverfahren.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis etwa 1890 zurück. Einen wichtigen Meilenstein markierte das Jahr 1961, als Maurermeister Georg Kamm das Baugeschäft übernahm. Nach dem Tod von Georg Kamm im Jahr 1998 führten dessen Tochter Brigitte Weber und ihr Ehemann Klaus Weber, ebenfalls Maurermeister, das Unternehmen weiter. Seitdem prägt Klaus Weber die Entwicklung des Betriebs, der heute rund 20 Mitarbeiter beschäftigt und ein vielseitiges Angebot rund um das Bauen bereitstellt. Seit Ende 2022 ist Sohn Johannes Weber in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Neben dem eigentlichen Bauunternehmen gehören dazu ein eigener Baggerbetrieb, ein Transportbetonwerk und ein Baustoffhandel. In den Jahren 2023 und 2024 wurde das ehemalige Transportbetonwerk abgerissen und durch ein neues, modernes Werk ersetzt.

Das Leistungsspektrum reicht von der Bauplanung über sämtliche Arbeiten im Hoch-, Tief- und Industriebau. Zudem tritt die Bauunternehmung als Generalunternehmer im Bereich Schlüsselfertigbau auf. Im Hochbau übernimmt der Betrieb Neubau-, Umbau- und Sanierungsprojekte für private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber. Im Tiefbau zählen unter anderem Kanal-, Erd- und Pflasterarbeiten, Erschließungsmaßnahmen sowie die Gestaltung von Außenanlagen zum Angebot. Ein weiterer Firmenzweig ist die Versorgung mit Transportbeton, Beton-Fertigteilen und Baustoffen. Kunden können Materialien direkt ab Werk beziehen oder auf die betriebseigene Transport- und Fördertechnik zurückgreifen.

Wie wichtig die kontinuierliche Weiterentwicklung für den Betrieb ist, zeigt sich insbesondere bei einer Investition am Standort Ellingen. Im Jahr 2024 nahm das Unternehmen ein vollständig automatisiertes Transportbetonwerk in Betrieb. Die moderne Anlage zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad, eine leistungsfähige Ausstattung und sehr geringe Emissionen für die Umgebung aus. Neben herkömmlichen Betonqualitäten lassen sich damit auch spezielle Mischungen für Nischenprodukte herstellen. Johannes Weber beschreibt die neue Anlage als „High-End-Anlage, die in Bezug auf Qualität, Leistung, Ausstattung und Automationsgrad das technisch und qualitativ Machbare repräsentiert“. Die Investition stärkt damit nicht nur die Produktionsmöglichkeiten, sondern schafft zugleich die Grundlage, flexibel auf neue Anforderungen und besondere Kundenwünsche einzugehen. Bezüglich der Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten weiterer Zukunftsinvestitionen steht das Unternehmen derzeit bereits im engen Austausch mit Sebastian Regensburger, dem Förderlotsen der Wirtschaftsförderung im Landkreis.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit engagiert sich der Ellinger Betrieb über den eigenen Arbeitsalltag hinaus. So ist man als Praxispartner an mehreren größeren Forschungsprojekten beteiligt, unter anderem gemeinsam mit den Hochschulen München sowie Würzburg-Schweinfurt. Im Mittelpunkt stehen dabei Ansätze zur CO₂-reduzierten Zementherstellung, alternative Ersatzstoffe sowie die Herstellung und Anwendung von Recyclingbeton. Die Beteiligung ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung aus dem Baualltag zu verbinden und neue Lösungen zu entwickeln. „Nicht nur als ehemaliger Kreisbaumeister waren die Einblicke beim Besuch sehr interessant. Es ist beeindruckend, wie man als handwerkliches Unternehmen aus dem Landkreis in großen Forschungsprojekten involviert ist. Mit dem Einstieg von Johannes Weber als Juniorchef sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Ellinger Traditionsbetriebs gestellt“, betonte Landrat Markus Gläser.

So rückt zugleich die nächste Generation stärker in die Verantwortung. Der Juniorchef bringt neue Impulse in den Familienbetrieb ein und ergänzt die Erfahrung seines Vaters um weitere Ideen für die zukünftige Ausrichtung. Klaus Weber begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich: Durch seinen Sohn komme „frischer Wind“ ins Unternehmen. Beide sehen die Baubranche vor wichtigen Aufgaben, insbesondere wenn es darum geht, wirtschaftliche Lösungen mit langfristiger Qualität und Nachhaltigkeit zu verbinden. „Zukünftig wird es immer wichtiger, Produkte und Lösungen für einen bezahlbaren und nachhaltigen Wohnungsbau zu denken“, so Klaus Weber. Johannes Weber ergänzt: „Auch das serielle Bauen und das schlüsselfertige Bauen wird mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Genau darauf gilt es Antworten zu finden.“ Neben der technischen Weiterentwicklung bleibt auch die Sicherung qualifizierter Fachkräfte ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Betriebs. Das Unternehmen bildet Maurer und Betonbauer aus und bietet Interessierten auf Anfrage die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren.

Der Unternehmensbesuch verdeutlichte, wie sich der Ellinger Familienbetrieb mit einem breiten Leistungsspektrum, Investitionen in moderne Anlagentechnik, Engagement in der Baustoffforschung und dem Generationswechsel in der Geschäftsleitung den Herausforderungen einer Branche im Wandel stellt.